Diverse Teams, One Bain
Raus aus der Theorie und rein in die Praxis: Nach seiner Promotion an der Heinrich-Heine-Universität entschied sich Dr. Christian Granz für den Einstieg als Consultant im Düsseldorfer Bain Office. Nicht nur die Beratertätigkeit ist ihm wichtig, vielmehr setzt er sich auch als Mitglied des BGLAD-Netzwerks, Bain’s globaler LGBTQ+ Affinity Group, für ein inklusives Arbeitsumfeld ein.

Der nachfolgende Blogpost ist in einer Kooperation mit Bain & Company entstanden.

 

Raus aus der Theorie und rein in die Praxis: Nach seiner Promotion an der Heinrich-Heine-Universität entschied sich Dr. Christian Granz für den Einstieg als Consultant im Düsseldorfer Bain Office. Nicht nur die Beratertätigkeit ist ihm wichtig, vielmehr setzt er sich auch als Mitglied des BGLAD-Netzwerks, Bain’s globaler LGBTQ+ Affinity Group, für ein inklusives Arbeitsumfeld ein. Im Interview verrät Christian, wie Diversity und Inklusion bei Bain gelebt werden, was sich hinter dem Netzwerk BGLAD verbirgt und welchen Rat er Mitgliedern der LGBTQ+-Community bei der Arbeitgeberwahl geben würde.

 

Christian, wie bist du damals eigentlich zu Bain gekommen?

 

Zwei meiner besten Freunde, mit denen ich studiert habe, sind direkt nach dem Master bei Bain eingestiegen. Dadurch habe ich natürlich viel aus erster Hand mitbekommen, vor allem was die Unternehmenskultur betrifft. Besonders ansprechend fand ich Bain‘s Leitgedanken „True North“. Dieser umfasst Werte wie Teamfähigkeit, Ehrlichkeit und Offenheit sowie Leidenschaft und Geradlinigkeit. Als Außenstehende:r fragt man sich wahrscheinlich, inwiefern sich eine Beratung durch ihre Kultur abgrenzen kann, da die Produkte in der Branche sehr ähnlich sind. Aus den Erzählungen meiner Freunde, aber auch durch die Teilnahme an einem Bain-Event habe ich festgestellt: An „True North“ als Unternehmenswert ist wirklich etwas dran. Ein weiterer und gleichzeitig auch der wahrscheinlich größte Faktor, weshalb ich mich für Bain entschieden habe, war das Thema Diversity und hier insbesondere der Umgang mit LGBTQ+. Ich war bereits während meines Interviewprozesses sehr offen und habe das Thema angesprochen, denn ich wollte wissen, wie mein potenzieller Arbeitgeber dazu steht. Es ist mir unheimlich wichtig, dass Inklusion offen in der Firma gelebt wird, dass ich mich nicht verstecken muss. Hier hat mich Bain dann vollends überzeugt.

 

Diversen Teams wird in Unternehmen eine immer größere Bedeutung zugeschrieben. Wie steht Bain dazu?

 

Wenn man an Diversity denkt, ist es oftmals das Geschlecht, was einem als erstes in den Sinn kommt. Hier bei Bain umfasst Diversity das Geschlecht, das Alter, die sexuelle Orientierung und  auch die kulturelle Herkunft, Fähigkeiten und Werte einer Person. Teams bei Bain werden auf all diesen Dimensionen immer diverser. Und das ist auch gut, denn wir alle profitieren davon – auf fachlicher und persönlicher Ebene. Ein Beispiel hierfür ist die zunehmende Internationalität der Caseteams – bei meinem letzten Case waren Kolleg:innen aus Polen und Dänemark Teil des Teams. Ihr völlig anderer fachlicher und kultureller Hintergrund hat die Zusammenarbeit noch interessanter gemacht. Bain ist hier auf einem guten Weg.

 

 Wie Bain Diversity fördert – und feiert:

„Als Mitglied der Affinity Group Asians at Bain habe ich ein Fest zum chinesischen Neujahr organisiert und zusammen mit Kolleg:innen gefeiert. Es war unheimlich

schön zu sehen, was Bain unternimmt, um kulturelle Vielfalt zu zelebrieren und dafür zu sorgen, dass wir uns wie zuhause fühlen.“

| Meng, Consultant im Münchner Office

 „Obwohl ich mit einem völlig anderen fachlichen Hintergrund bei Bain eingestiegen bin, haben mir meine Kolleg:innen sofort vertraut. Häufig wurde mir gesagt, wie

sehr mein Input geschätzt wird, gerade weil ich eine andere Perspektive mitbringe. Es sind diese Momente, die für mich Wertschätzung bedeuten.“

| Heidi, Vice President, Bain Executive Network

„Englisch als Trainings- und Eventsprache zu nutzen ist eine kleine, aber sehr wirkungsvolle Geste. Zudem sorgt die Arbeit mit Kolleg:innen verschiedener ethnischer

oder kultureller Hintergründe dafür, dass ich mich zugehörig und sehr wohl fühle.“

| Annisa, Senior Analyst, Global Risk Management

 

2021 wurde Bain zum 15. Mal in Folge als „Best Place to Work for LGBTIQ Equality“ ausgezeichnet. Inwieweit wird das Unternehmen dieser Auszeichnung gerecht?

 

Zum einen trägt der Teamspirit zu einem inklusiven Arbeitsumfeld bei – das Motto „A Bainie never let’s another Bainie fail“ ist täglich spürbar. Alle sind dazu angehalten, ihre Einzigartigkeit in die Arbeit mit einzubringen. Ein weiterer wichtiger Aspekt: die zahlreichen Arbeitsgruppen im Bereich Diversity und Inklusion, die regelmäßig zu verschiedenen Themen informieren und sie damit in den Fokus rücken. Zudem hat jedes Office Ansprechpartner:innen, an die man sich wenden kann – sei es bei schlechten Erfahrungen im Arbeitskontext, bei Berührungsängsten oder jeglichen anderen Problemen. Dass diese Anliegen ernstgenommen werden, zeigt, dass auch die Führungsebene sich stark dafür einsetzt, unsere Belange nach vorne zu tragen. Zu guter Letzt gibt es auch einige Affinity-Groups, denen man sich anschließen und dort im vertrauten Kreis Erfahrungen austauschen kann. Dies ist in besonderem Maße wertvoll und zahlt auf ein inklusives Arbeitsumfeld ein.

 


Dr. Christian Granz, Consultant im Düsseldorfer Bain Office

 

Eine der von dir bereits angesprochenen Affinity-Groups ist das Netzwerk BGLAD. Erzähle uns doch etwas mehr darüber.

 

BGLAD ist die globale Affinity-Group für Bain‘s LGBTQ+ Netzwerk, um das Recruiting, aber natürlich auch den Zusammenhalt von LGBTQ+-Talenten im Unternehmen zu fördern. Unser Ziel ist, dass sich kein Bainie hinter seiner Herkunft, sexuellen Orientierung, Religion etc. verstecken muss, ganz nach dem Motto „We are one Bain“. Durch verschiedene sogenannte ‚Levels‘ der Mitgliedschaft wird es jedem Bainie ermöglicht, Teil von BGLAD zu sein – so wie man sich am wohlsten fühlt. Von Level 1 BGLAD-Mitgliedern, die geoutet und offen Teil der Gruppe sind bis hin zu Level 4 Mitgliedern, den sogenannten Allies. Sie fühlen sich der LGBTQ+ Affinity Group zwar nicht zugehörig, unterstützen das BGLAD Netzwerk jedoch auf verschiedene Arten.

 

Wie trägt BGLAD konkret zu einem noch inklusiveren Arbeitsumfeld bei Bain bei?

 

Zum einen bieten wir mit dem Netzwerk die Möglichkeit einer Gemeinschaft, in der man sich zu verschiedenen Themen und Erfahrungen in einem vertraulichen Umfeld austauschen kann. In der DACH-weiten BGLAD Affinity Group gibt es beispielsweise die Möglichkeit, regelmäßig an virtuellen Coffee Chats teilzunehmen. Vor der Pandemie gab es die BGLAD-Wiesn und noch viele weitere Social-Events. Neben diesen eher gesellschaftlichen Zusammenkünften sind wir aber auch immer stärker im Recruiting aktiv. Dazu gehören unter anderem DE&I-spezifische Recruitingevents, Messen, aber auch internationalen Konferenzen wie die EUROUT in London. Eine weitere Maßnahme, an der wir derzeit arbeiten, ist, BGLAD stärker in den gesamten Recruitingprozess einzubinden. Bewerber:innen werden die Möglichkeit erhalten, ihr Interesse an BGLAD oder anderen Affinity Groups bei Bain bereits bei der Bewerbung durch das Setzen eines Häkchens kundzutun. Damit würden wir gerne erreichen, dass diese Bewerber:innen im Vorhinein ihres Interviews von uns kontaktiert werden können und das Netzwerk kennenlernen. Wir möchten den Leuten einfach ein sicheres Gefühl geben, worauf sie sich einlassen. Zu guter Letzt ist es uns auch ein Anliegen, das Thema LGBTQ+ bei Bain noch stärker medial nach außen zu kommunizieren und zu zeigen, dass wir dem offen gegenüberstehen und hier auch wirklich investiert wird. 

 

Wie kann jede:r Einzelne im Unternehmen zu mehr Inklusion beitragen?

 

Auf das BGLAD-Netzwerk bezogen hilft es natürlich ungemein, als Ally zu unterstützen. Aber es zählen auch die kleinen Dinge, wie zum Beispiel, allen Kolleg:innen im täglichen Miteinander mit Wertschätzung gegenüberzutreten. Oder inklusiv zu kommunizieren und sich auf Fakten zu stützen, um einen sogenannten „Unconscious Bias“ zu vermeiden. Wichtig ist es meiner Meinung nach auch, Personen aus Affinity Groups so zu behandeln, wie jede:n anderen auch. Bei Bain war das für mich noch nie ein Problem: Kolleg:innen erzählen von Unternehmungen mit ihren Freund:innen und ich erzähle von Unternehmungen mit meinem Freund und das wars. Das wird von niemandem hinterfragt und es wird auch nicht näher darauf eingegangen.

 

Eine abschließende Frage: Was würdest du Mitgliedern der LGBTIQ+-Community bei der Arbeitgeberwahl raten?

 

Unter der Prämisse, dass man sich damit wohlfühlt, kann ich nur den Tipp geben: Spreche das Thema Diversity und insbesondere LGBTQ+ bereits in den Bewerbungsgesprächen offen an, um herauszufinden, wie im Unternehmen damit umgegangen wird. Stehe zu dir selbst und zeige, wer du bist! Falls dies nicht akzeptiert wird, ist das Unternehmen kein DE&I-freundlicher Arbeitgeber und auch nicht das Richtige für dich. Falls es Affinity-Groups gibt, suche den Kontakt, um mehr Infos zum Thema Inklusion und zur Unternehmenskultur zu erhalten. Natürlich ist das auch sehr stark industrieabhängig, nicht jede Branche ist diesbezüglich schon so weit wie die Beratung. Sollte die offene Kommunikation keine Option sein, suche das Gespräch mit der Personalabteilung, denn dort ist Bewerber:innen die vertrauliche Behandlung sämtlicher Anliegen garantiert.

 

Mehr zum Thema Diversity bei Bain: https://www.joinbain.de/culture/diversity/ 

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